Philosophie  Teil 2 (Teil 1 >>>)

Die Grundlagen unseres Handelns und Erfüllens jeglicher Erziehungs- und Bildungsansprüche können in zwei Schritten beschrieben werden:


1. Schritt
Im ersten Schritt treffen zum ersten Mal die Eltern der zukünftigen Krippenkinder auf deren Betreuerinnen. Dies ist eine sehr sensible Phase, in der die Eltern verständlicher Weise noch mit vielen Ängsten, Sorgen, Bedenken und manchmal einer kleinen Portion schlechten Gewissens zu uns kommen. In dieser ersten Begegnung beachten wir deshalb die hier aufgeführten Module:





Vertrauen
Eltern sollten uns einen gewissen Vertrauensvorschuss schenken, mit der Absicht, sich auf uns einlassen zu wollen. Im Gegenzug können Eltern darauf vertrauen, dass wir stets mit ihnen sind, zusammen einen für alle Seiten guten Weg gehen können und auch bei Schwierigkeiten eine gemeinsame Basis finden.

Zeit

Ein Modul, welches immer wieder in unserer Pädagogik eine herausragende Rolle spielt. Sie ist ein Faktor, den Eltern ganz besonders zu diesem Zeitpunkt brauchen, um all das zu erfahren, was ihnen wichtig erscheint.

Kommunikation

Eltern können all das fragen, was ihre Seele bewegt, also Infos bekommen über Eingewöhnung, Abläufe, Rahmenbedingungen, was ist, wenn mein Kind das nicht schafft, was machen Sie wenn…


2. Schritt:
Im zweiten Schritt kommen die Hauptpersonen mit ins Spiel, nämlich die Kinder. Das Wechselspiel der Wirkung aufeinander spielt sich nun zwischen Eltern, Kindern und dem Fachpersonal ab.





Zeit
Diese begleitet uns während der gesamten Krippenzeit im Zusammensein mit den Kindern und deren Eltern. Wir wollen den Kindern Zeit geben, uns, die Räume, die Abläufe, die Möglichkeiten, ihre Spielkameraden und sich in der Gruppe als neues Mitglied kennen zu lernen, ohne dabei unter Zeit- oder Erfolgsdruck zu geraten. Die Eltern bekommen die Zeit, die sie brauchen, um anfangs Vertrauen zu fassen und danach immer wieder in kommunikativen Kontakt mit uns zu treten.

Vertrauen
Auch hier spielt das Vertrauen eine große Rolle. Vertrauen der Fachkräfte in die Fähigkeiten der Kinder, in deren Fortschritte und Entwicklung. Nicht jedes Kind macht zum gleichen Zeitpunkt die gleichen Schritte, wie ein anderes, sondern seine ihm eigenen.
Auch die Eltern müssen ihren Kindern vertrauen, dass ihre Kinder das mit ihren kindgemäßen Ressourcen schaffen.

Wahrnehmung
Das Wahrnehmen der Kinder ist ausgesprochen wichtig, um sie gut kennen zu lernen, ihre Bedürfnisse zu sehen und ihren Eltern im täglichen Austausch davon zu berichten. Und wenn es manchmal nur vermeintlich kleine Begebenheiten sind, die für die Kinder aber eine große Sache sind. Unsere Beobachtungen finden Ausdruck im täglichen Aufschreiben der Besonderheiten im Verhalten der Kinder und deren Weitergabe an die Eltern während der Abholzeiten.

Förderung
Das ständige Fördern und Verstärken der Fähigkeiten der Kinder nimmt einen besonderen Platz in unserer Arbeit ein. Es gilt achtsam zu sein, ohne zu viel zu erwarten.
Es gilt Leistung ohne Druck, sondern mit Spaß zu fördern. Wir sind der festen Überzeugung, dass Leistung ohne Druck in einer liebevollen Umgebung, die Unterschiede berücksichtigen kann, stets gelingt. Leistung ist gerade in diesem Alter schon wichtig, weil die Kinder wie kaum in einem anderen Alter leistungsbereit sind und Entwicklung so rasant passiert, wie danach nie wieder im Leben.

Selbstständigkeit
Wir erziehen die Kinder zur Selbstständigkeit und achten in den kleinsten Sequenzen darauf, dass sie das allein machen, was sie können.
(Essen, anziehen, ausziehen, Zähne putzen, aufräumen, Wünsche äußern…)

Pflege
Die Pflege der Kleinen beim Wickeln, cremen, sauber machen ist natürlich auch ein gewichtiger Posten in der Krippenkultur, der nicht nur viel Zeit einnimmt, sondern auch, gerade beim Wickeln, viele nahe Momente zulässt und Beziehung entstehen lässt.

Kommunikation
Die Kommunikation ist ein Garant für ein gelingendes Miteinander. Wir reden, ermuntern, loben, ermahnen und erklären den ganzen Tag! – Mit den Kindern-
Mit den Eltern machen wir das Gleiche, ohne Ermahnen natürlich.
In aller Offenheit bekommen die Eltern von uns täglich einen Bericht, auch wenn der mal nicht so schmeichelhaft ausfällt. (interessanter Weise verändern sich manche Dinge, wenn man sich gemeinsam mit den Eltern Gedanken macht, wie durch Zauberhand ins Positive. Ein schönes Phänomen!)

Gemeinschaft
Wir sehen unsere Gruppe von 20 Kindern als eine Gruppe, die zwar zu bestimmten Projekten geteilt wird, aber dennoch den ganzen Tag in den meisten Situationen zusammen (sind) ist (die Gruppe). Die Kinder unterschiedlichen Alters können altersspezifisch voneinander lernen und das wollen wir nicht künstlich trennen. Ganz abgesehen davon würden sich die Kinder gegenseitig sehr vermissen.

Zuneigung
Eine große Zuneigung zu den Kindern, speziell in diese Altersstufe ist natürlich unabdingbar. Wir denken, dass muss nicht näher ausgeführt werden. Alle die wir hier arbeiten, wollen genau diese sehr intensive, herausfordernde Krippenarbeit tun.

Familiäre Atmosphäre
Wir pflegen in unserer kleinen Einrichtung eine sehr familiäre Atmosphäre, weil dies den Ansprüchen der Kleinen in diesem Alter entgegen kommt und wir uns im Team damit auch in unserer Arbeit gut identifizieren können. Wir denken, dass man das auch spürt, wen man uns einmal besucht.
Träger und pädagogische Leitung in einer Hand ermöglichen ein nahes „Dransein“ und schnelles Entscheiden.

Fachlichkeit
Last but not least kommt in diesen Ausführungen auch die Fachlichkeit nicht zu kurz. Wir legen großen Wert auf Weiterentwicklung in Form von Literatur, Besuch von Fachvorträgen, Fortbildungen und Austausch mit Kolleginnen im gleichen Fachbereich.

Getragen wird das Ganze von einem guten Spritzer Humor, dessen Steilvorlage wir täglich von den Kindern bekommen. Wir kommen so stets gut durch den Tag, wenn wir auch mal losgelöst und albern mit uns und den Kindern sind. Der Faktor Humor war auch ein wichtiger bei der Auswahl der Mitarbeiterinnen. Und die können wirklich alle viel lachen.

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